Cannabis – Terpene und CBD: Was du schon immer wissen wolltest

Ene – Mene – Terpene: Was sind Terpene eigentlich?

Terpene sind, auch wenn es dir bis jetzt nicht bewusst war, ein fixer Bestandteil unseres Lebens. Wenn wir bei einem Spaziergang durch den Wald den charaktervollen Geruch vom Harz eines Nadelbaums einatmen, oder den wunderbaren Duft einer Blume riechen, begegnen wir Terpenen.

Auch den fruchtigen Geschmack von frischem Obst verdanken wir ihnen,  denn alle natürlichen Aromen in Lebensmitteln kommen ursprünglich von Terpenen. 

Es handelt sich dabei um flüchtige organische Verbindungen, die in Pflanzen vorkommen und für ihren charakteristischen Duft verantwortlich sind. Besonders in den Blüten, Blättern, Früchten, Wurzeln und im Harz lassen sich hohe Konzentrationen von Terpenen finden. Generell lässt sich sagen, dass alle Pflanzen, die es als ätherisches Öl zu kaufen gibt, auch eine große Menge an Terpenen enthalten.

Doch Terpene entfalten ihre Wirkung nicht nur über den Duft, denn die ätherischen Öle können auch über die Haut aufgenommen werden. Daher werden sie gerne in der Kosmetikindustrie, insbesondere in Hautpflegeprodukten, als natürliche Duftstoffe eingesetzt. Linalool und Limonenen sind besonders häufig in Beauty-Produkten zu finden, Menthol hingegen findet sich in Zahnpasta und sorgt für den frischen Geschmack.

Darüber hinaus können Terpene auch als natürliche Konservierungsmittel eingesetzt werden. So kann die Ausbreitung von Bakterien in Lebensmitteln und Naturkosmetik verhindert werden.

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Biologisch gesehen kommen Terpene potentiell in allen existierenden Pflanzenarten vor. Ihr Zweck ist es, durch ihr einzigartiges Aroma Insekten zur Bestäubung anzuziehen, schützen aber gleichzeitig als natürliches Insektizid auch vor Schädlingen.

Terpene sind grundsätzlich Kohlenwasserstoffmoleküle, genauer gesagt handelt es sich um eine Gruppe von natürlichen, öligen und aromatischen Kohlenwasserstoff-Verbindungen. Die Grundstruktur haben alle Terpene gemeinsam – es handelt sich dabei um ein einfaches Kohlenstoffgerüst mit fünf Atomen – doch hinsichtlich des Aussehen und des spezifischen Aromas gibt es einige Unterschiede.

Aufgrund ihres chemischen Status als sekundäre Stoffwechselprodukte, wobei Terpene rund 60 % aller sekundären Pflanzenstoffe ausmachen, sind sie für eine Pflanze nicht lebensnotwendig, daher können sie auch ohne das Gewächs zu gefährden extrahiert werden.

Cannabis, Cannabinoide und Terpene: Ein Überblick

Terpene sind unter anderem einer der Gründe, warum es eine derartige Vielzahl von unterschiedlichen Cannabispflanzen gibt, da sie jeder Sorte ein eigenes Aroma geben.

Rund 200 verschiedene Terpene konnten in Cannabispflanzen identifiziert werden, von denen allerdings nur wenige konzentriert genug sind, um als bedeutsam zu gelten.

Die Cannabis Terpene befinden sich hauptsächlich in den Blüten, allerdings können nur weibliche Hanfpflanzen Terpene bilden.

Hanf enthält eine Reihe wichtiger Cannabinoide, wie zum Beispiel CBD, CBG, CBC und CBN. Doch Nutzhanf hat enthält darüber hinaus auch Flavonoide und Terpene. Da verschiedene Cannabis-Sorten unterschiedliche Terpen-Profile aufweisen, ist auch der Geruch jeder Sorte individuell.

In CBD Produkten kann eine hohe Konzentration von Terpenen die positive Wirkung der Cannabinoide intensivieren. Die Synergie von Cannabinoiden und Terpenen wird als Entourage-Effekt bezeichnet. Das heißt, eine Kombination von verschiedenen Stoffen, also ein Pflanzenstoffgemisch, eine höhere biologische Aktivität aufweist, als eine isolierte Reinsubstanz.

Jedes Terpen hat seine eigenen Vorteile. In den meisten Hanfsorten lassen sich die Terpene Myrcen, Limonen, Pinen, Linalool und Caryophyllen finden. Öle mit einem hohen Anteil an Linalool und Myrcen, also Terpenen, die für ihre entspannenden Eigenschaften bekannt sind, sind besonders wirksam für den Schlaf. CBD-Öle mit Terpenen wie Caryophyllen oder Limonen können helfen, den Energiehaushalt und die Konzentration zu steigern.

Terpene bieten aber auch andere therapeutische Funktionen. Sie sind unter anderem entzündungshemmend, antitumorös, schmerzlindernd und antimikrobiell.

Die Terpene stellen sich vor: Aroma, Vorkommen und Wirkung
Myrcen

Myrcen-Terpene werden am häufigsten mit CBD assoziiert, da sie dem Produkt den typischen erdigen Geschmack verleihen. In Cannabis ist Myrcen das kleinste Terpen, es gehört allerdings zu den am besten erforschten Terpenen.

Aroma: Mango, tropische Früchte, Nelken, leichte Zitrusnote
Vorkommen: Hanf, Mango, Thymian, Zitronengras, Pfefferminze, Salbei und Hopfen
Wirkung: entspannend, beruhigend, antibakteriell , antimikrobiell, entzündungshemmend, schmerzlindernd sowie entkrampfend

Limonen

Limonen ist das Terpen, das am häufigsten in Pflanzen vorkommt. Es ist auch in vielen Hanfextrakt-Produkten zu finden und rundet das Aromaprofil von jedem CBD-Öl ab. Die Zugabe von Limonen zu CBD-Öl kann auch die Absorptionsrate anderer Terpene erhöhen.

Aroma: Limonen, Zitronen, Grapefruit, Pfefferminze
Vorkommen: Orangen, Oregano, Anis, Koriander, Wacholder und Rosmarin
Wirkung: stimmungsaufhellend, entzündungshemmend, angstlösend, fördert Konzentrationsfähigkeit und Denkvermögen

Pinen

Pinen oder auch Alpha-Pinen sind überall in der Natur zu finden und sind in verschiedenen Hanfsorten enthalten. Dieses Terpen wurde bereits in der traditionellen chinesischen Medizin für seine therapeutischen Eigenschaften geschätzt.

Aroma: holzig, erdig, würzig
Vorkommen: Hanf, Pinien, Kiefernadeln, Terpentin, Dill, Rosmarin und Basilikum
Wirkung: angstlösend, entzündungshemmend, antibakteriell und bronchienerweiternd

Linalool

Ein weiteres häufiges Terpen in Hanf ist Linalool. In der Aromatherapie wird es hauptsächlich zur Entspannung angewandt. Auf Insekten wirkt der Duft von Linalool allerdings abschreckend.

Aroma: blumig, zart, Lavendel, Rose
Vorkommen: Hanf, Rosen, Lavendel, Ingwer, Koriander, Oregano und Thymian
Wirkung: schlaffördernd, angstlösend und entspannend

Caryophyllen

Caryophyllen zählt zu den am häufigsten vorkommenden Terpenen und ist auch als Beta-Caryophyllen bekannt. Die faszinierendste Eigenschaft dieses Terpens ist seine Fähigkeit, mit dem Endocannabinoid-System auf die gleiche Weise zu interagieren wie Cannabinoide.

Aroma: pfeffrig, würzig, holzig
Vorkommen: Hanf , Nelken, Zimt, Pfeffer, Feigen und Vollkorn
Wirkung: schmerzlindernd, entspannend und entzündungshemmend

Humulen

Das Terpen Humulen ist vor allem für den Geschmack von Bier verantwortlich.

Aroma: erdig, holzig, würzig
Vorkommen: Pfeffer, Basilikum, Nelken, Koriander und Salbei
Wirkung: entzündungshemmend

Eukalyptol

Eukalyptol wird besonders gerne für Erkältungsbäder und Massageöle genutzt.

Aroma: erfrischend, kühl
Vorkommen: Hanf, Eukalyptus, Minze, Rosmarin, Teebaum, Beifuß, Basilikum und Salbei
Wirkung: antioxidativ und antibakteriell

Geraniol

Aufgrund seines Aromas wird Geraniol für Parfüms, Körperöle und andere Kosmetika eingesetzt.

Aroma: zart, blumig, rosig
Vorkommen: Geranien, Zitronen und Cannabis
Wirkung: antioxidativ und schlaffördernd

Ocimen

Aroma: Kräuter, Holz
Vorkommen: Minze, Pfeffer, Mangos, Basilikum, Kumquats und Orchideen
Wirkung: antibiotisch, antiviral und antiseptisch

EsScential – Terpene in der Aromatherapie

Terpene spielen auch in der Aromatherapie, die bereits im alten Ägypten bekannt war (ohne die Öl-Balsamierung hätten Mumien nicht so lange und gut erhalten werden können), eine Rolle. Dabei wird der wohlriechende Duft der ätherischen Öle therapeutisch eingesetzt, um das Wohlbefinden zu steigern und Beschwerden zu lindern.
Grundsätzlich geht die Aromatherapie davon aus, dass bestimmte Düfte unsere Gehirnaktivität positiv beeinflussen können. So sollen fruchtige Zitrusaromen Sonne ins Gemüt bringen sowie die Kreativität anregen, während Lavendelduft entspannend auf den Körper wirken soll. Natürlich reagiert jeder Mensch anders auf bestimmte Gerüche, dennoch sind unzählige Menschen von der Wirkung überzeugt.
Während die meisten pharmazeutischen Wirkstoffe große Moleküle aufweisen, sind die Terpen-Moleküle so winzig, dass sie direkt in unser zentrales Nervensystem gelangen und von dort aus ihre ganze Wirkung entfalten können.

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